Asiatische Aktienmärkte im Abwärtstrend
Der für die Börse in Hong Kong maßgebliche Aktienindex, der Hang Seng Index stand im Jahr 2008 noch bei knapp über 30.000 Punkten. Zu Wochenbeginn der ersten Oktoberwoche 2011 war dieser Aktien Index fast schon bis 16.250 Punkte gesunken! Der Abwärtstrend der Jahre 2008 und 2009 wurde nur durch eine kurze Boomphase unterbrochen, die den Hang Seng fast wieder an die 25.000 Punkte Marke brachte. Neben vielen Ereignissen in der Region sind es immer mehr die Sorgen über eine abkühlende Weltkonjunktur, die sich in sinkenden Kursen der Aktien ausdrücken.
So hat der Hang Seng Index im laufenden Jahr fast 30 % seines Wertes eingebüßt. Der japanische Markt, repräsentiert durch den Nikkei 225 Index, zeigt in der Tendenz eine ähnliche Entwicklung, auch wenn der Kursverfall hier schon früher eingesetzt hat und die Betrachtung nur dieses Jahres 2011 gar nicht so schlecht aussehen würde. Für die Kursentwicklungen der Aktien gibt es verschiedene lokale Ursachen, allerdings auch einen Einfluß der Verwerfungen bis hin zur fünften Weltwirtschaftskrise 2012. Die Aktienmärkte bewerten nach einhelligem Urteil aller Marktteilnehmer mehr als jede andere Geldanlage nicht die Vergangenheit, sondern die kommenden unternehmerischen und volkswirtschaftlichen Chancen.
Ganz unabhängig von der Reaktorkatastrophe in Japan gibt es verschiedene Belastungsfaktoren für die Aktien auf Seiten der Hauptabnehmerländer asiatischer Waren. In den USA gibt es eine enorme Staatsverschuldung, die aufgrund einer geringen Produktionstiefe der amerikanischen Industrie und insbesondere auch des erheblichen Imports von Konsumgütern aufgebaut wurde. Deshalb kann es aus Sicht der asiatischen Länder in nächster Zeit vorsichtig gesprochen nicht unbedingt zu einer Stärkung der Exporte in die USA kommen. Neben der in vielen Presseberichten und Zeitungen allgegenwärtigen erwarteten Griechenland-Pleite kommt Asien damit aus beiden Hauptabnehmerländern enorm unter Druck: Sowohl der europäische Kontinent, als auch Amerika sind mehr und mehr zu unsicheren Abnehmern für die Waren geworden.
Diese niedrigeren Exporterwartungen spiegeln sich dann in der Folge ebenfalls in niedrigeren Rohstoffpreisen, Ölpreisen und erstaunlicherweise auch den Edelmetall-Notierungen wider.
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